Schritt für Schritt zum Pop-Up Store: Ein professioneller Leitfaden bis zur Eröffnung

Die Eröffnung eines zeitlich begrenzten Geschäfts steht und fällt mit einer ausgiebigen Planung

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Pop-Up Store eröffnen: Das erwartet dich

In diesem Artikel erhältst du eine Schritt-für-Schritt Anleitung zur Eröffnung eines Pop-Up Stores, zusätzlich erfährst du alles, was du über Pop-Up Stores wissen solltest. Mit diesem Leitfaden gelingt dir die detaillierte Planung eines Pop-Up Stores, Pop-Up Gastronomie oder Pop-Up Events.

Pop-Up Stores sind in der Lage professionelle Antworten auf die unterschiedlichsten Zielsetzungen zu finden. Hinzu kommt, dass durch wachsende Erfahrung mit erlebnisreichen, temporären Verkaufsflächen die Produktivität von Pop-Up Läden gleichbleibend hoch ist.

pop-up blumenladen ist offen

Pop-Up Store Eröffnungen werden zunehmen

Die Relevanz von Pop-Up Stores für den gesamten deutschen Einzelhandel nimmt stark zu. Laut einer Statistik von Statista, dem größten deutschen Online Portal für Statistiken, gewinnt Multichanneling und die Eröffnung neuer Pop-Up Stores immer größere Bedeutung.

Während die Quadratmeterzahlen im deutschen stationären Handel insgesamt wachsen, gibt das Umsatzvolumen jedes Jahr leicht nach. Zeitgleich steigen durch höhere Mieten, Energiekosten, Store Design und Warenpräsentation die Kosten im Bezug auf die Verkaufsfläche stetig an. Die Produktivität des Einzelhandels sank so, laut des Handelsverbandes Deutschland in den letzten 10 Jahren um 10 Prozent.

Gleichzeitig wächst die Nachfrage bei den Kund*innen nach einzigartigen Einkaufserlebnissen. Laut einer Kundenbefragung des Zahlungsdienstleisters Ayden im Jahr 2018 für Europa, erwarten Kund*innen vor allem einen reibungslosen Einkauf und mehr als nur eine Differenzierung durch den Preis und die Produktauswahl, denn das gleiche Produkt wird es (fast) immer anderswo günstiger geben. Hier zeigt sich sehr deutlich das Potential von Pop-Up Projekten durch individuelle Gestaltung und einzigartigen Service ein ganzheitliches Erlebnis zu erzeugen.

Statistik über Pop-Up Stores

Pop-Up Stores nach Covid-19 (2020/2021)

Hinter uns liegt ein außerordentliches Jahr 2020. Viele Menschen erlagen dem Virus, Menschen waren auf sich alleine gestellt, unterschiedliche Berufsgruppe haben Rückschläge erlitten – manche verloren ihre Jobs. 2020, das Corona-Jahr ist womöglich der Wendepunkt in vielen Bereichen unseres Lebens. Wir wagen die Prognose, dass die Popularität von Pop-Up Stores in Zukunft nochmal zunehmen wird.

Was ist ein Pop-Up Store?

Ein Pop-Up Store – umgangssprachlich Guerilla Store – im deutschen oft Pop-Up Verkauf – im englischen Pop-Up Retail – ist ein stark kundenorientierter Laden mit Ablaufdatum oder eine temporäre Verkaufsfläche, die durch ein herausstechendes Konzept überzeugt und kurzzeitig in außergewöhnlichen, leerstehenden Locations eröffnet wird.

Wie funktioniert ein Pop-Up Store?

Ein Pop-Up Store – umgangssprachlich Guerilla Store – im deutschen oft Pop-Up Verkauf – im englischen Pop-Up Retail – ist ein stark kundenorientierter Laden mit Ablaufdatum oder eine temporäre Verkaufsfläche, die durch ein herausstechendes Konzept überzeugt und kurzzeitig in außergewöhnlichen, leerstehenden Locations eröffnet wird.

Schritt für Schritt Anleitung zur Eröffnung deines eigenen Pop-Up Geschäfts

Du möchtest deinen eigenen Pop-Up Laden eröffnen? Die Idee alleine reicht hierfür leider nicht aus – gute Planung ist eine Grundvoraussetzung. Wir erklären dir in einer detaillierten Schritt für Schritt Anleitung, wie du dein erstes erfolgreiches Pop-Up eröffnest.

In der ersten Phase deiner Pop-Up Planung, solltest du deine Gedanken und Ideen sortieren. Hol Dir einen Tee, ein großes Blatt Papier und eine Packung Buntstifte. Wir zeigen Dir, welche Parameter/Themenbereiche du unbedingt bedenken solltest, bevor du mit der Konzeptplanung beginnst.

1. Ziele definieren

Bei einem Pop-Up Projekt können folgende Ziele definiert werden:

 

  • Produkte und Konzepte testen
  • Umsatz steigern
  • Neue Kunden*innen gewinnen
  • Kommunikationspolitische Ziele
  • Nähe zu den Kunden*innen erhöhen und Feedback steigern
  • Marketing
  • Markenbildung

2. Die (Geschäfts-) Idee

Du möchtest eine Geschäftsidee entwickeln? Du hast schon eine gute Geschäftsidee?Perfekt, dann hast du ja schon alles was du brauchst.? Nein, leider ist es nicht so einfach.

Eine Geschäftsidee ist eine genaue Vorstellung eines Unternehmensgründers wie ein Neugeschäft aufgebaut werden kann. Du solltest dich mit deiner Idee identifizieren können und dich wohl fühlen, jedoch ist sie meist nur der erste Schritt für die Eröffnung eines eigenen Pop-Up Store.

3. Produkt & Preis

Ein Produkt ist in der Regel ein materielles Gut – schließt jedoch Dienstleistungen, Personen, Orte und sogar Ideen mit ein.

Was kannst du besonders gut? Kannst du ein Produkt selber (h)erstellen? Kennst du jemanden, mit dem du zusammen ein Produkt (h)erstellen könntest? Ist dir ein Produkt oder eine Dienstleistung eingefallen, die deinen und den Alltag anderer erleichtern könnte? Fehlt dir und anderen etwas in ihrem täglichen Leben. Wenn man über ein Produkt/Dienstleistung nachdenkt, ist es ratsam sich auch direkt mit dem Preis auseinanderzusetzen. Rechne also genau aus wie teuer das Produkt am Ende sein soll.

4. Die Zielgruppe

Wem nützt dein Produkt / deine Dienstleistung? Die Zielgruppendefinition vor der Eröffnung eines Pop-Up Stores ist eine Kunst für sich und viele Marketingagenturen machen eine Wissenschaft daraus. Da es ein so komplexes Thema ist, gehen wir in einem anderen Beitrag noch detaillierter darauf ein. Hier aber ein paar Dinge die Du bedenken solltest:

Die wichtigsten Charakteristika einer Zielgruppe, die es zu unterscheiden gilt sind ihre demographischen, sozialen und psychologischen Merkmale.

Pop-Up Store: Zielgruppe definieren

Demographische Merkmale:

  • Geschlecht (Welches Geschlecht kauft meine Produkte/ nutzt meine Dienstleistung wohl am ehesten?)
  • Alter (Wie alt sind die Personen, die meine Produkte/Dienstleistung kaufen?)

Soziale Merkmale:

  • Familienstand (Die Menschen, die meine Produkte kaufen haben – Mann, Frau, Kinde, Hund, Haustier – oder sind Single?)
  • Wohnort, Stadtteil, Bundesland, Land (Wo leben die Menschen, die meine Produkte/Dienstleistung kaufen würden?)
  • Bildungsstand (Wie gebildet sind die Menschen, denen ich meine Produkte/Dienstleistung verkaufen möchte?)
  • Beruf (Welchen Beruf hat die Zielgruppe, denen ich meine Produkte/Dienstleistung verkaufen will?)

Psychologische Merkmale:

  • Interessen (Welche Interresssen haben die Personen, die mein Produkt/ meine Dienstleistung kaufen möchten?)
  • Präferenzen bei Produkten (Welche Version der Produkte/Dienstleistung würde er*sie eher kaufen?)
  • Einstellungen (Welche Einstellungen haben meine zukünftigen Kund*innen zu Themen wie Nachhaltigkeit und Qualität, welche politische Einstellung haben sie etc.?)
  • Herausforderungen (Welchen Herausforderungen und Hürden im Alltag begegnen die Menschen, die mein Produkt später kaufen im Alltag?)
  • Bedürfnisse (Welche ungestillten Bedürfnisse haben die Menschen, denen ich mein Produkt anbieten würde?)
  • Preissensitivität & Kaufverhalten (Wie ist die Sensitivität im Bezug auf den Preis und das Kaufverhalten meiner potentiellen Kunden?)

Diese Fragen sollten dir helfen deine Zielgruppe besser kennenzulernen und ihre Bedürfnisse einzuschätzen. Versuche stets dich in deine Kund*innen hineinzuversetzen.

5. Namen & Logo

Du suchst noch nach einem ansprechenden Namen? Er soll deinem Pop-up Verkaufsevent das gewisse Etwas verleihen? Im Grunde ist die Namensfindung keine große Sache. Nimm dir ein großes Blatt Papier, sodass du genügend Platz hast alles aufzuschreiben, was dir einfällt.

Folgende Punkte sollten dabei helfen, nicht ins Fettnäpfchen zu treten. (So wie wir: Die Abkürzung „Blvd“ in der Domain – für Boulevard – versteht man nicht sofort.)

  • Können Kund*innen und Partnerunternehmen den Namen aussprechen?
  • Ist die Schreibweise des Namens nicht zu kompliziert?
  • Kann der Name auch auf ausländischen Märkten funktionieren?
  • Mögliche Kürzel und alternative Bedeutungen der Kürzel durchdenken
  • Das Design des Logos im Hinterkopf behalten

6. Die Finanzierung

Wenn es um die Finanzierung eines Pop-Up Projektes geht, ist es essenziell sich mit der Erstellung von Finanzierungsplänen auseinanderzusetzen. Zusammengefasst geht es hierin darum, genügend Ressourcen für die Eröffnung und Umsetzung deiner Idee bereit zu stellen.

Bei einem Finanzierungsplan sucht man zunächst Möglichkeiten die Geschäftsidee soweit zu vereinfachen, dass man mit den eigenen finanziellen Mitteln auskommt– ohne sich Geld zu leihen. Darüber hinaus kannst du natürlich deine Familie oder deine Freunde fragen, ob sie dich bei deiner Idee unterstützen oder daran beteiligen wollen. Jedoch nimmst du sie mit ins Risiko und empfindest vielleicht einen höheren Erfolgsdruck. Sei dir dessen Bewusst.

7. Partner

Eins ist klar: Der richtige Geschäftspartner kann über deinen Erfolg entscheiden. Er sollte Dich so gut ergänzen, dass ihr gemeinsam genug Ressourcen für ein Projekt vereint, also genug Kampfgewicht auf die Waage bringt, um im Wettbewerb mitzuhalten. Oft macht es Sinn einen Teil der Entscheidungsfreiheit an einen geeigneten Geschäftspartner abzugeben, um ein Ziel schneller und erfolgreicher zu erreichen.

Zusammengefasst ist es oft hilfreich sich Verbündete zu suchen, die das eigene Know-how, die eigenen Fähigkeiten und finanziellen Mittel erweitern.

8. Rechtliche Voraussetzungen

Vorab: Ich bin kein Rechtsanwalt und ich beziehe mich lediglich auf angelesene Informationen.

Nur wer sich rechtzeitig um alle rechtlichen Voraussetzungen kümmert, kann sich unbeschwert mit seinem Pop-Up Store kümmern. Als erstes benötigst du eine Gewerbeanmeldung die du bei deinem zuständigen Gewerbeamt beantragst. Es ist das Gewerbeamt in der Nähe deines Wohnortes oder Firmensitzes.

rechtliche Voraussetzungen pop-up store

9. Dein Konzept

Das Konzept ist das Herzstück deines Projektes. Hier werden all deine Ideen und Pläne schriftlich zusammengefasst und konkretisiert, so kannst du das Beste aus deinen Visionen herausholen. Ein Konzept dient dazu dir und anderen einen Überblick darüber zu verschaffen, was es mit deiner Geschäftsidee auf sich hat und welche einzelnen Punkte dabei zu beachten sind.

Gehe die Punkte bis hier hin noch einmal durch und schreibe dir alles Haar genau auf. Um dein Konzept vollumfänglich auszuarbeiten, empfehlen wir dir (vor der Eröffnung deines Pop-Up Stores), diese Anleitung Schritt für Schritt durchzugehen. Am besten formulierst du deine Gedanken und Ideen so konkret wie möglich aus, das wir dir helfen alles zu strukturieren. In dieser Phase kommen viele unterschiedliche Aufgaben auf dich zu. Bleib locker und achte darauf, dass du den Überblick nicht verlierst, denn sonst macht sich schnell Unlust breit.

Tipp: Post-it´s und Stifte in unterschiedlichen Farben könne für eine bessere Orgabnisation sehr helfen.

10. Zeitplan erstellen

Die optimale Zeit ein Pop-Up Projekt gut zu planen sind 1-6 Monate, je nach Umfang. Damit Planung und Umsetzung so konkret wie möglich festgehalten werden, bietet sich ein individueller Zeitplan, ein Gantt-Diagramm, Projektstrukturplan oder eine App für eine strukturierte Projektplanung an. Die App “Trello” ist dafür sehr gut. Durch die genaue Einteilung der Aufgaben stellst du sicher, dass du nichts vergisst. Außerdem ist es wahrscheinlicher, dass du die Aufgaben pünktlich erledigst, wenn du dir eigene Fristen für Beginn und das Ende deiner Arbeit setzt.

Schreibe dir so viele Aufgaben wie möglich raus. Unterteile sie anschließend nochmal strukturiert in viele Teilaufgaben, sodass nur noch Unterpunkte zu erledigen hast, die in einer bis drei Stunden abzuarbeiten sind. So bleibst du immer am Ball und wirst von zu großen Aufgaben nicht überfordert.

11. Visual Merchandising

Visual Merchandising ist ein wirtschaftswissenschaftlicher Ansatz und ein Konzept, das durch Jörn Redler bekannt geworden ist. Unter Visual Merchandising (optische Steuerung von Vertrieb und Verkauf) versteht man im Allgemeinen die Präsentation und Inszenierung von Sortiment und Einkaufsstätte am physischen Verkaufort (kurz PoP für Point-of-Purchase). Das Hauptaugenmerk der visuellen Vermarktung liegt also auf der Gestaltung einer Verkaufs-fördernden Atmosphäre. Dabei sollte dein Hauptaugenmerk auf die Gestaltung einer förderlichen atmosphärischen Wirkung, spezifischen Erlebnissen und prägenden Interaktionsmöglichkeiten liegen. Im visuellen Merchandising geht es darum markentypische Designelemente wie Logo und Markenname effektiv zu platzieren

Es ist also für dich wichtig dir Gedanken über die Präsentation der Waren, Güter oder Dienstleistungen zu machen, damit wir im nächsten Schritt konkret auf das Design eingehen können.

12. Store Design: Leite Menschen durch den Store

Nur etwa 10% unserer Entscheidungen basieren auf bewussten Prozessen unseres Gehirns, 90% spielen sich völlig unbewusst ab. (1) Der erste Eindruck zählt also enorm, wenn es um den erste Schritt in einen neuen Pop-Up Store geht. Es ist der erste und wichtigste Eindruck deiner Marke. Du solltest dir hier genug Zeit nehmen, sodass nicht nur das Schaufenster herausragend gestaltet ist, sondern auch der gesamte Shop. Es ist wichtig einen besonderen Fokus auf das Design deines Pop-Ups zu legen, denn nur so kannst du deine Kund*innen gezielt durch den Laden leiten und ansprechen – sie abholen und ihnen ein abwechslungsreiches, spannendes und unvergessliches Pop-Up Erlebnis bereiten. 

Um die Aufmerksamkeit von Kunden zu leiten gilt grundsätzlich: 

  1. Da die meisten Menschen Rechtshänder sind, haben die meisten Menschen auch die Tendenz sich nach rechts zu orientieren. (2)
  2. Menschen haben die Tendenz sich an Wänden zu orientieren. (2)

 

13. Einrichtung

Das Store Design und die Einrichtung eines Pop-Up sind eng miteinander verbunden. Hierbei solltest du deine Projektziele immer im Blick haben, denn nur so kannst du für alle Beteiligten den größtmöglichen Nutzen schaffen. Wenn es dein Ziel ist neue Kund*innen anzusprechen und du deine Produkte erklären möchtest, kannst du natürlich eine Präsentation halten, aber du kannst deine Produkte auch für sich selbst sprechen lassen. Weniger ist hierbei meistens mehr. 

Wenn es um die Inszenierung der Produkte geht, darfst du gerne kreativ werden. Pop-Ups geben dir die Chance ausgefallene Dinge auszuprobieren und unkonventionelle Lösungen zu finden. Bedenke hierbei, dass das Erlebnis deiner Pop-Up Kund*innen immer an vorderster Stelle steht. Sie sollen sich wohlfühlen und sich an dich oder deine Marke erinnern.

pop-up store einrichtung

14. Personal: Gute Mitarbeiter, oft unterschätzt

Gute Zusammenarbeit ist der wesentliche Bestandteil eines Teams, daher solltest du deine Mitarbeiter immer nach der sozialen Kompetenz bzw. der Teamfähigkeit auswählen. Für die Suche nach geeigneten Mitarbeitern (keine Freunde oder Familie) haben wir noch ein paar Punkte, die du beachten solltest:

Erstens: Erstelle ein Anforderungsprofil. Das Anforderungsprofil dient dazu die persönlichen und fachliche Kompetenzen zu definieren, die zu der Erfüllung der Aufgaben erforderlich sind.

Zweitens: Setze ein effektives Stellenangebot auf. Das Stellenangebot sollte von vorne herein an deine Zielgruppe angepasst sein, sodass sich nur die Menschen angesprochen fühlen, die auch wirklich zu der Stelle passen. Versuche außerdem die wichtigsten Angaben sofort mit aufzuführen und für Transparenz zu sorgen, damit beim Interessenten so wenige Fragen wie möglich offen bleiben.

Drittens: Suche auf den richtigen Kanälen. Du möchtest doch, dass die gesuchte Person in dein Team passt, deshalb empfehlen wir dir, danach auch die Kanäle auszuwählen. Überlege dir wo und auf welchen Kanälen deine Zielgruppe unterwegs ist.

15. Hardware/Software

Überlege dir, wie genau du deinen Pop-Up Laden designen möchtest und was du genau benötigst, um dein Produkt physisch zu präsentieren.

  • Welche Tische?
  • Welche Lampen?
  • Welche Kasse/Welches Kassensystem?
  • Welche Deko Elemente?
  • Pflanzen oder keine Pflanzen?
  • Möchtest du Stühle im Pop-Up oder lieber Sessel?
  • Eine Theke?
  • Musikboxen?
  • Computer?
  • Mikrofon?
  • Artikelsicherungssystem?
  • Türschloss oder Schließanlage?
  • Überwachungskameras?
  • Tresor für die Tageseinnahmen?

Es gibt unterschiedliche Software, die dem Nutzer hilft komplizierte Abläufe einfacher zu gestalten. Ein Must-have ist ein gut funktionierendes Kassensystem, dass man auch auf Tablets betreiben kann und als Zusatz ein (kreditkartenfähiges) Kartenlesegerät für Kund*innen, die bargeldlos zahlen möchten.

16. Arbeitsabläufe und Verkaufsabläufe

An der Kasse:

  • Was geschieht bevor die Kund*innen zur Kasse kommen?
  • Wie kommen die Kund*innen zur Kasse? Wie ist das Erlebnis?
  • Wie begrüße wir unsere Kund*innen an der Kasse?
  • Wie bezahlen Kund*innen ihren Einkauf? Brauche ich Kleingeld?
  • Was geschieht nachdem die Kund*innen zur Kasse gekommen sind?
  • Worin verpacken wir das Produkt, dass sich die Kund*innen ausgesucht haben?
  • Wie verabschieden wir die Kund*innen an der Kasse?
  • Wie verlassen Kund*innen das Pop-Up Geschäft?

Einkaufserlebnis:

  • Was machen Kund*innen, wenn sie in den Laden kommen? (Wird er von uns begrüßt?)
  • Braucht der Kunde eine Beratung oder eine Einweisung, wenn er den Pop-Up Laden betritt?
  • Was wünschen sich Kund*innen, wenn sie sich umschaut?
  • Wie kommen die Kund*innen an ihr Produkt?
  • Nehmen sich die Kund*innen das Produkt, gibt man es ihnen oder wird es ihnen zur Kasse gebracht?

Produktpräsentation:

  • Wo kommt das Produkt her?
  • Wo lagere ich mein Produkt?
  • Wer füllt den Verkaufsraum mit neuen Produkten auf?
  • Wer dekoriert das Produkt in den Regalen?
  • Welche Sinne der Kund*innen können wir noch ansprechen?

Extra:

  • Wie können wir unsere Kund*innen zusätzlich positiv überraschen?

17. Logistik: Planung, Optimierung, Steuerung

Bei der logistischen Planung geht es um die Durchführung von Lieferketten – oder auch der Steuerung und Optimierung von Produkt- oder Informationsströmen.

Je detaillierter du hier planst, desto weniger Überraschungen erlebst du auf deinem Abenteuer Pop-Up Eröffnung.

pop-up store hardware und software

Schaue dir jede Station an, die deine Ware auf dem Weg von der Fabrik in das Regal deines Pop-Up Stores macht, überlege dir auf welche Faktoren du Einfluss nehmen kannst und wie du sie optimieren könntest. Dasselbe funktioniert auch mit Durchführungsketten. Beobachte hierzu die Schritte, die du oder dein Team machst. Beginne bei der Annahme der Ware vom Lieferanten über das Auspacken, Einsortieren und Weiterverarbeiten bis hin zum Abverkauf. Wo könnte sich der Ablauf verzögern? Wie lässt sich die Arbeit erleichtern? Welche Gefahrenquellen gibt es für dein Produkt oder dein Team? Verkaufst du vielleicht zerbrechliche Glaswasen, die man nicht hoch stapeln sollte? Braucht dein Team eine Sackkarre, Cutter-Messer, Klebeband zum verräumen der Pakete? 

 

18. Der Zeitpunkt

Um der Frage nachzugehen, was der richtige Zeitpunkt für deinen Pop-Up Laden ist, müssen wir uns die Stadt, in der wir eröffnen wollen als ganzes anschauen. Sprich mit den Nachbarn und den Menschen dort. Informiere dich über Veranstaltungen, Festival, die städtische Kultur und was den Ort ausmacht. Je feiner deine Recherche ist, desto besser kannst du den Zeitpunkt bestimmen, an dem sich ein Pop-Up Laden für dich lohnt.

Wichtige Veranstaltungen können internationale Messen sein, jährliche Feste, die es so nur einmal gibt, Weihnachten ist natürlich auch immer eine sehr beliebte Zeit für ein Pop-Up oder besondere Sportveranstaltungen. Es kann aber auch die richtige Jahreszeit oder Saison sein, oder das Surfen auf der richtigen Trend-Welle. 

Überlege, was dein Angebot unterstreichen könnte, wo deine Zielgruppe ist und recherchiere gut – es wird sich lohnen!

19. Der Standort

Sollte man ein Pop-Up Store in einer fremden Stadt eröffnen?

Auf jeden Fall! – aber kenne deinen Markt. 

Nur wenn du dich auch traust, einen Pop-Up Store in einer fremden Stadt zu eröffnen, kannst du deine Marke oder dein Produktangebot nachhaltig in die Städte und an deine Zielgruppe bringen. Hier bieten sich viele Chancen für die unterschiedlichsten Berufsgruppen.

Lerne deinen (Offline-) Markt kennen: Was du auf keinen Fall tun solltest ist, blind an einem Standort zu eröffnen, ohne dir genügend Zeit für die Recherche zu nehmen oder dort einmal ein paar Tage verbracht zu haben. Allein das macht schon einen riesigen Unterschied.

20. Konzept Feinschliff

Möglicherweise hast du gemerkt, wie umfangreich (und teuer) es sein kann ein Pop-Up umzusetzen. Lasse dich dadurch nicht entmutigen! Beim Feinschliff deines Konzepts geht es darum, deine Ideen und Überlegungen praktikabel und umsetzbar zu machen. Du weißt welche Punkte du mit deinen Ressourcen gut umsetzen kannst, gleichzeitig werden dir aber auch Hürden aufgefallen sein.

Überlege dir, welche Aspekte überflüssig sind, zu viel Geld kosten und dein Pop-Up Konzept unnötig erschweren. Manchmal hat man zu viele Produkte im Sinn, ein anderes Mal zu viele kreative Ideen – für die Präsentation der Produkte oder zum Anwerben deines Stores. Du hast dir diese Gedanken nicht völlig umsonst gemacht und solltest sie auf jeden Fall für spätere Eröffnungen notieren. Am Anfang empfehlen wir dir jedoch das Risiko so gering wie möglich zu halten und dich auf die Umsetzbarkeit deines Pop-Up Stores zu konzentrieren.

 

Buch: Pop-Up Business for Dummies

Autorin: Dan Thompson

Sprache: Englisch

Seitenanzahl: 264

Erscheinungstermin: 05. Oktober 2012

Format: Taschenbuch

ISBN: 978-1118443491

 

21. Richtige Location finden

Bei Pop-Up Boulevard, der Plattform für gewöhnliche und außergewöhnliche Pop-Up Locations darfst du gerne rumstöbern. Hier solltest du die passende Location finden und wenn du möchtest, auch gerne buchen. Die Kommunikation mit deinem Pop-Up Vermieter funktioniert, nach deiner Registrierung, ganz einfach über die Plattform.

Guerilla Stores sind wie Pop-Up Stores

22. Marketing: Online und Offline Verbreitungskanäle

(Mediales) Marketing lässt sich in Online- und Offline Verbreitungskanäle unterscheiden. Das Online Marketing bezieht sich auf alle Marketing-Maßnahmen, die Online durchgeführt werden und kann weitergehend unterteilt werden in die Bereiche: E-Mail Marketing, Display Werbung, Suchmaschinenmarketing, Affiliate Marketing, Social Media Marketing, Influencer Marketing und viele mehr. Online Marketing gewinnt aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung immer mehr Ansehen. Auch für Pop-Up Stores oder Events in außergewöhnlichen Locations bietet das Online Marketing eine Vielzahl an Möglichkeiten.

Das Offline Marketing ist das Pendant zum Online Marketing und somit eine der bekanntesten Alternativen. Es beschreibt alle Marketing Maßnahmen, die in der analogen Welt, also der Welt außerhalb des Internets getätigt werden. Hierzu zählen Printkampagnen, Flyer, Mund-zu-Mund Propaganda, Radio-Spots, Guerilla Marketing, Corporate Design und Give-Aways.

23. Zeitplan überarbeiten und finalisieren

Ein bisschen weiter oben, haben wir uns, wenn du dich erinnerst, schon mit dem Zeitplan befasst. Zur Wiederholung: Er sollte zu Beginn deines Projekts gemacht werden, denn er liefert dir den Überblick über deine Fortschritte. Ein schriftlich ausformulierter Zeitplan ist besonders dann von Vorteil, wenn du Hürden begegnest, denn er bewahrt dich davor Abläufe durcheinander zu bringen oder Aufgaben zu vergessen.

Plane dein Projekt nun zu Ende. Bis zur endgültigen Eröffnung und dem Abbau des Ladens ist es zwar noch etwas hin, aber Dinge wie die Lagerung der Möbel, Steuererklärungen und die Abrechnung der Mitarbeiter, die Steuererklärung etc. solltest du auf dem Schirm haben. Je nach Größe deines Unternehmens bedeutet dies mehr oder weniger Aufwand für dich. Plane also genügend Zeit ein und achte darauf, dass du besonders den Verpflichtungen anderen Menschen gegenüber (deinen Mitarbeiter*innen, dem Vermieter/der Vermieterin, etc.) pünktlich gerecht wirst.

Nun kannst du die einzelnen Punkte abarbeiten und weiter ausbauen oder ergänzen. Es wird mit Sicherheit noch das ein oder andere dazu kommen, dass du vergessen hast – das passiert ständig. Die optimale Zeitspanne von der Idee bis zur Eröffnung eines Pop-Up Verkaufs liegt, wie weiter oben schon erwähnt, zwischen 1 und 6 Monaten. Es kommt ganz auf den Umfang und die Ressourcen an.

25. Nachbereitung

Bei der Nachbereitung eines eigenen Pop-Up Stores, empfehlen wir dir, Statistiken zu erheben und alles, was du an Daten hast zu auszuwerten. Dabei helfen dir unterschiedlichste Listen: Bestelllisten, Kundenlisten, E-Mail-Listen, Umsätze nach Tagen sortiert, Absatzlisten nach beliebtesten Produkten, Besucheranzahl nach Tageszeit sortiert, Anzahl der zahlenden Kunden pro Tag, whatsoever. Ich weiß, das fällt manchmal schwer, aber versuche in den Statistiken richtig tief zu graben. Dich sollte alles interessieren, denn so lernst du dein eigenes Geschäftsmodell am besten kennen und wirst es auch langfristig verbessern können.

pop-up event nachbearbeitung

24. Die Eröffnung: Kühlen Kopf behalten

Die Eröffnung des ersten, zweiten oder dritten eigenen Pop-Up Stores ist immer sehr aufregend. Alles ist vorbereitet, nun ist es an der Zeit die Türen zu öffnen und die ersten Besucher zu begrüßen. Begrüße deine Kund*innen freundlich an der Tür und stelle dich ihnen vor, denn jeder freut sich das Gesicht hinter der Marke oder dem Pop-Up Store kennenzulernen. Einen besonderen Anreiz für die ersten Besucher bieten Specials, wie Begrüßungsgetränke, die schon von Beginn der Eröffnung für eine positive Stimmung im Laden sorgen. Danach solltest du ihnen etwas Zeit geben deinen Store zu erkunden und deine Produkte zu entdecken.

Falls Kund*innen Fragen haben und sich beraten lassen wollen, solltest du oder einer deiner Mitarbeiter immer in Sichtweite bleiben Du oder einer deiner Mitarbeiter sollte immer in Sichtweite der Besucher bleiben. So kannst du den Kundenkontakt intensivieren und mit ihnen ins Gespräch kommen. Fragen wie: „Bist du schon Fan unserer Facebookseite?“ oder „Wie seid ihr auf uns aufmerksam geworden?“, laden die Kund*innen ein Feedback zu geben. Auf diesem Weg erhältst du Infos, wie sie deine Produkte und deinen Store bewerten, außerdem kannst du die auf deine Social Media Präsenz oder ähnliches hinweisen.

Temporären Laden eröffnen – das Fazit

Bei der Nachbereitung eines eigenen Pop-Up Stores, empfehlen wir dir, Statistiken zu erheben und alles, was du an Daten hast zu auszuwerten. Dabei helfen dir unterschiedlichste Listen: Bestelllisten, Kundenlisten, E-Mail-Listen, Umsätze nach Tagen sortiert, Absatzlisten nach beliebtesten Produkten, Besucheranzahl nach Tageszeit sortiert, Anzahl der zahlenden Kunden pro Tag, whatsoever. Ich weiß, das fällt manchmal schwer, aber versuche in den Statistiken richtig tief zu graben. Dich sollte alles interessieren, denn so lernst du dein eigenes Geschäftsmodell am besten kennen und wirst es auch langfristig verbessern können.

Quellen:

Quelle (1) (https://www2.deloitte.com/de/de/pages/trends/neurowissenschaften.html )

Quelle (2) Groeppel-Klein, Andrea & Bartmann, Benedikt (2009). Turning Bias and Walking Patterns: Consumers‘ Orientation in a Discount Store

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